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Phineas Gage

Stange durch den Schädel, der Fall Phineas Gage

Der Fall Phineas P. Gage ist so unglaublich, das er aus der Feder Hollywoods stammen könnte.
Gage war Vorarbeiter bei der amerikanischen Eisbahngesellschaft Rutland & Burlington Railroad und führte in dessen Auftrag Sprengungen durch. Im Rahmen seiner Arbeit wurden in speziellen Bohrlöchern Sprengstoff abgelassen und mit einer Stange festgedrückt. Beim Pressen mit der Stange löste die Sprengladung aus und schoss die 1,10 m lange und 3 cm dicke Eisenstange durch die linke Wange quer durch seinen Schädel und wieder hinaus. Während des Unfalles war Gage bei Bewusstsein und konnte im Nachhinein den Ablauf schildern. Die Eisenstange hatte einen Wundkanal erzeugt welche den Orbitofrontalen und präfrontalen Kortex perforierte. Gage selbst klagte über keine größeren Probleme, lediglich das linke Auge wurde zerstört, was in Angesicht des Unfalls einem Wunder gleichkam.
Doch später wurde das Ausmaß des Unfalls wirklich bekannt. Auch wenn er keine Einschränkung des Gedächtnisses, der Intelligenz oder der Sprachfähigkeit und Motorik erlitt, veränderte sich seine Persönlichkeit. Der eher als ruhiger, pünktlich und zuverlässige Gage begann impulsives und aggressives Verhalten an den Tag zu legen, teilweise wurde dieses auch als übertrieben kindisch beschrieben. Phineas Gage begann nach einiger Zeit immer wieder an epileptischen Anfällen und Fieberschüben zu leiden, welche vermutlich auch am 21 Mai 1860 für seinen Tod verantwortlich waren. Der Unfall ereignete sich am 21 September 1848.
Der Fall Phineas Gage wurde von vielen Neurologen erforscht, unter anderem entwickelte Freeman auf den Ergebnissen 1946 seine „transorbitale Lobotomie“.
Auch im Nationalsozialismus wurde dies aufgegriffen und sollte begründen das Kriminelle wahrscheinlich an einen Hirnschaden litten, der sogar vererblich ist.

Bilder von Phineas Gage

admin

Freiberuflicher Dozent im Gesundheitswesen