Expertenstandard Schmerzmanagement

Expertenstandard Schmerzmanagement in der Pflege nach DNQP

Einweisung in den Expertenstandard Schmerzmanagement in der Pflege nach dem Vorgaben des DNQP.

Kompetenzentwicklung zur Einschätzung von Schmerzen. Differenzierung von akuten und chronischen Schmerzen sowie die Therapiemöglichkeiten.

Geeignet für Unternehmen und Betriebe aus der Pflege zur Einweisung des Personals in den Expertenstandard.

Auszug aus dem Expertenstandard Schmerzmanagement

Zielgruppe und Zielsetzung

Zielgruppe dieses Expertenstandards sind Menschen mit akuten, chronischen oder zu erwartenden Schmerzen in allen pflegerischen Settings. Übergeordnetes Ziel ist es, der Entstehung sowie der Chronifizierung von Schmerzen und schmerzbedingten Krisen vorzubeugen, Schmerzen zu besei-tigen oder zu einer akzeptablen Schmerzsituation und zum Erhalt oder Erreichen einer bestmögli-chen Lebensqualität und Funktionsfähigkeit beizutragen.

Grundsätzlich kann beim Vorliegen von Schmerzen zwischen einer stabilen und instabilen Schmerz-situation unterschieden werden. Eine Akutschmerzsituation ist zunächst grundsätzlich als instabil zu betrachten. In ihr besteht das Ziel darin, Schmerzen schnellstmöglich zu beseitigen oder auf ein subjektiv akzeptables Maß zu reduzieren und somit zu stabilisieren. Menschen mit akuten oder zu erwartenden Schmerzen soll durch ein angemessenes Schmerzmanagement unnötiges Leid erspart sowie einer Chronifizierung von Schmerzen vorgebeugt werden.

Beim Vorliegen chronischer Schmerzen steht nicht vorrangig wie bei akuten Schmerzen die Schmerzfreiheit, sondern die Stabilität einer Schmerzsituation und die Ausrichtung an den Selbstmanagementkompetenzen des Betroffenen im Vordergrund. Handelt es sich um einen Menschen mit stark eingeschränkten Selbstmanagementkompetenzen, muss die Schmerzsituationsbeurteilung anhand von Verhaltensweisen und in enger Abstimmung mit pflegenden Angehörigen2und dem interprofessionellen Team erfolgen.

Dies gilt neben alten oder kognitiv eingeschränkten Menschen auch für Kinder einschließlich Früh- und Neugeborene. Eine stabile Schmerzsituation besteht demnach, wenn der Mensch seine Schmerzsituation subjektiv als akzeptabel und nicht veränderungsbedürftig erlebt und sich die Zielkriterien für Stabilität konkret an seiner Lebenswelt orientieren und sofern möglich mit ihm ausgehandelt wurden. Eine instabile Schmerzsituation liegt vor allem dann vor, wenn die Schmerzlinderung dauerhaft keine akzeptable Situation erzeugt und gesundheits- oder alltagsbezogene Krisen auftreten, die zu einer Einbuße an Lebensqualität, Funktionalität oder sozialer Teilhabe führen (vgl. Kommentierung S1a). Dies kann auch als schleichender Prozess auftreten.

Mit Blick auf die gemeinsame Behandlung von akuten wie auch chronischen Schmerzen in diesem Expertenstandard gilt zu beachten, dass bei der Anwendung pflegerischer Maßnahmen durchaus gleiche oder ähnliche Maßnahmen zum Einsatz kommen, sich jedoch je nach Schmerzart in ihrer Zielsetzung unterscheiden können.

Anwender des Expertenstandard Schmerzmanagement und pflegerische Expertise

Anwender dieses Expertenstandards sind Pflegefachkräfte3 ohne spezielle Weiterbildung im Schmerz-management. Sind für die Durchführung spezielle Kompetenzen im pflegerischen Schmerzmanagement nötig, wird dies ausgewiesen. Im Expertenstandard wird deutlich, dass es einige Bereiche des pflegerischen Schmerzmanagements, insbesondere bei chronischen Schmerzen gibt, die ohne eine besondere Expertise zum Thema nicht bewältigt werden können. Die Expertenarbeitsgruppe hat sich dezidiert für diese Vorgehensweise entschieden, weil insbesondere in vorangeschrittenen Stadien chronischer Schmerzkrankheit die Anforderungen an das Assessment sowie die Steuerung und Durchführung der Therapie die Möglichkeiten beruflich Pflegender ohne fachspezifische Weiterbildung überschreiten können.

Bestehende Weiterbildungsmöglichkeiten bedürfen hier jedoch einer weiteren Differenzierung für die Anforderungen des Schmerzmanagements bei chronischen Schmerzen im ambulanten Versorgungsbereich, der Abstimmungsprozesse mit niedergelassenen Ärzten sowie für Menschen am Lebensende und Menschen mit psychischen Erkrankungen. Pflegefachkräfte, die in spezialisierten Versorgungseinheiten, wie Schmerzambulanzen oder -kliniken tätig sind, eignen sich im Rahmen von Einarbeitung und Berufserfahrung besonderes Wissen und beson-dere Kompetenzen an, die ebenfalls bei einer Pflegefachkraft ohne diesen Erfahrungshintergrund nicht vorausgesetzt werden können.

In den Strukturkriterien des Expertenstandards wird als eine wichtige Voraussetzung die professionelle Kompetenz der Pflegefachkraft benannt. Die Expertenarbeitsgruppe orientiert sich hierbei am Kompetenzbegriff des deutschen Qualifikationsrahmens4. In diesem Expertenstandard wird unter Kompetenz die professionelle Handlungskompetenz verstanden, die sich aus der Fachkompetenz und der personalen Kompetenz zusammensetzt. Fachkompetenz umfasst hierbei Wissen und Fertig-keiten, die personale Kompetenz beinhaltet Sozialkompetenz und Selbständigkeit.

Expertenstandard Schmerzmanagement

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