Expertenstandard Entlassungsmanagement in der Pflege

Expertenstandard Entlassungsmanagement

Expertenstandard Entlassungsmanagement als Seminar im Onlinekurs

Immer mehr Menschen werden chronisch Krank und benötigen nach dem z.B. Krankenhaus eine weiterführende Versorgung. Dafür wurde der Expertenstandard Entlassungsmanagement entwickelt, um die hohen Ansprüche einer weiterführenden Therapie und Versorgung gerecht zu werden.

Auszug aus dem Expertenstandard Entlassungsmanagement

Rahmenbedingungen

Die Bedeutung der Gewährleistung einer kontinuierlichen Versorgung wird auch daran deutlich, dass der Gesetzgeber in den letzten Jahren Regelungen für die Entlassung aus dem Krankenhaus in das Sozialgesetzbuch V aufgenommen und zunehmend konkretisiert hat. Generelle Festlegungen zum Anspruch auf ein Versorgungsmanagement beim Übergang in verschiedene Versorgungsbereiche sind seit 2007 im § 11 Abs. 4 SGB V festgeschrieben. Seit 2015 besteht nach § 39 Abs. 1a SGB V ein Anspruch auf ein „Krankenhaus-Entlassungsmanagement“, mit dem Ziel einer verbesserten sektorenübergreifenden Versorgung. Einzelheiten dieses § 39 Abs. 1a werden in einem Rahmenvertrag geregelt, welcher seit dem 1.10.2017 für alle Krankenhäuser verbindlich ist. Ein Rahmenvertrag für stationäre Rehabilitationseinrichtungen ist am 1.2.2019 in Kraft getreten.

Diese Rahmenverträge legen die Rahmenbedingungen für das Entlassungsmanagement sowie vorgesehene Unterstützungsleistungen fest. Zentrale Bestandteile des Entlassungsmanagements werden benannt (Assess-ment, Entlassungsplanung, Information und Beratung der Patient*innen u.v.m.) ohne diese jedoch konkret auszugestalten. Vielmehr wird auf die Notwendigkeit verwiesen, dass jede Berufsgruppe ihre eigenen professionsspezifischen Standards festlegen muss. Der vorliegende Expertenstandard beschreibt die Ausgestaltung des professionellen pflegerischen Handelns im Rahmen eines hausin-tern festzulegenden Entlassungsmanagements mit dem Ziel, eine bedarfsangemessene und dem gegenwärtigen fachlichen Stand entsprechende bestmögliche Vorbereitung und Begleitung von Patient*innen sowie Angehörigen auf ihre Entlassung zu gewährleisten. Kontinuität der Versorgung kann nur in multiprofessioneller Zusammenarbeit erreicht werden, in der alle beteiligten Berufs-gruppen ihren spezifischen Anteil am gemeinsamen Entlassungsmanagement wahrnehmen.

Gleich-wohl empfiehlt der Expertenstandard mit Bezug auf internationale Studien, dass im Entlassungsprozess die Pflegefachkraft aufgrund ihrer Nähe zu Patient*innen und Angehörigen und der fachlichen Vertrautheit mit Versorgungsproblemen die entscheidende Koordinationsfunktion einnimmt. Diese Koordinationsverantwortung ergibt sich aus der Tatsache, dass die Pflege diejenige Berufsgruppe ist, die aufgrund ihres Kompetenzprofils bei allen Patient*innen eine Einschätzung des Pflegebedarfs vornimmt und bei den meisten Prozessen zur Vorbereitung auf die Entlassung beteiligt ist.

Zielgruppe

Zielgruppe dieses Expertenstandard Entlassungsmanagement sind alle Patient*innen in Krankenhäusern (von Frühgeborenen bis zu Hochbetagten), Kurzzeitpflege sowie Fach- und Rehabilitationskliniken mit einem weiterbestehenden nachstationären Pflege- und Versorgungsbedarf. Angehörige als die primären Bezugs-personen der Patient*innen werden ausdrücklich in die Standardformulierungen aufgenommen. Als Angehörige werden alle Personen verstanden, die, unabhängig vom Verwandtschaftsgrad, für die Patient*innen wichtig sind und mit deren Zustimmung einbezogen werden sollen. Hierzu gehören gegebenenfalls auch gesetzliche Betreuer. Damit wird zum einen ihrer Schlüsselrolle bei der Entlas-sung Rechnung getragen und zum anderen die Selbstverantwortung von Patient*innen sowie Angehörigen, aber auch der besondere Unterstützungsbedarf der Angehörigen aufgezeigt.

Zielsetzung

Zielsetzung und Vorschläge für das fachliche Handeln des vorliegenden Expertenstandards konzen-trieren sich – aus pflegerischer Perspektive – darauf, eine kontinuierliche Versorgung zu gewährleisten und dem Entstehen von Versorgungsbrüchen bei der Entlassung durch gezielte Vorbereitung von Patient*innen sowie Angehörigen, durch Abstimmungen mit Nachsorgern sowie durch einen verbesserten Informationsaustausch zwischen den am Entlassungsprozess Beteiligten entgegenzu-wirken. Dies erfordert in allen Phasen und Aktivitäten des Entlassungsprozesses, den Blick auf die Lebenserfordernisse der Patient*innen im nachstationären Setting zu richten. Einen besonderen Stellenwert erhält die professionelle Beratung mit dem Ziel der Hilfe zur Selbsthilfe.

Ausrichtung und Struktur des Standards mit einem Fokus auf die Entlassung aus dem Krankenhaus haben sich auch bei seiner 2. Aktualisierung als angemessen und gültig erwiesen. Gleichwohl wurden einige Änderungen vorgenommen. Die Expert*innenarbeitsgruppe sieht einen zunehmenden Bedarf, bei komplexen Pflegesituationen bereits vor einer Aufnahme wichtige Informationen zu erheben, um gegebenenfalls Vorbereitungen im Krankenhaus treffen zu können, zum Beispiel Wartezeiten bei der Aufnahme und in Klinikabläufen für Menschen mit kognitiven Einschränkungen möglichst kurz zu halten. Die entsprechenden Vorgehensweisen sollten in regionalen Konzepten oder Kooperationsvereinbarungen verankert werden, damit geklärt ist, wer wann und wie Kontakt aufnimmt. Hier sollten die angesprochenen vorversorgenden Einrichtungen auch aktiv auf das Kran-kenhaus zugehen.

Aber auch der Übergang in die poststationäre Versorgung wurde stärker in den Blick genommen und Empfehlungen für eine pflegebezogene Nachsorge in Form von telefonischen Kontakten oder Hausbesuchen ausgesprochen. Stärker in den Fokus gerückt sind auch Übergänge der Versorgung innerhalb von Einrichtungen. Die stärkere Berücksichtigung der Bereitschaft und Befähigung von Patient*innen und Angehörigen das Krankenhaus zu verlassen, als Grundlage der Entlassungsplanung, betont das pflegerische Ziel, Selbstkompetenzen zu fördern, um poststationären Versorgungsbedarf bewältigen zu können. Die im Rahmenvertrag vorgesehene frühe Einbeziehung von Krankenkasse und Pflegekasse zur Unterstützung bei einer Pflegeeinstufung und einer geplanten Hilfsmittelversorgung sowie die Möglichkeit z. B. der Planung von Therapieterminen können hier von Unterstützung sein.

Anwender*innen des Expertenstandard Entlassungsmanagement

Anwender*innen dieses Expertenstandards sind Pflegefachkräfte in Krankenhäusern, Fach- und Rehabilitationskliniken. Der Standard regelt nicht das organisatorische Vorgehen bei der Entlas-sungsplanung innerhalb der jeweiligen Einrichtung, zum Beispiel dezentrale Entlassungsplanung durch Bezugspflegende, zentrale Entlassungsplanung durch Expert*innen für Entlassung, Einbeziehung von externen Expert*innen oder Kombinationen dieser Vorgehensweisen. Er stellt vielmehr in Rechnung, dass die Einrichtungen bereits über Konzepte für die Entlassung verfügen, mit denen die Ziele des Expertenstandards erreicht werden können.

Expertenstandard Entlassungsmanagement

Seminar
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