Expertenstandard Dekubitusprophylaxe

Expertenstandard Dekubitusprophylaxe in der Pflege nach DNQP

Einführung in den Experstandard Dekubitusprophylaxe in der Pflege nach DNQP als Onlinekurs.

Auszug aus dem Expertenstandard Dekubitusprophylaxe

Anwender und Zielgruppe des Expertenstandards

Menschen mit einem Risiko für eine Dekubitusentstehung sind in allen Einrichtungen des Gesund-heitswesens und in der Häuslichkeit zu finden. Der Expertenstandard richtet sich an Pflegefach-kräfte in Einrichtungen der ambulanten Pflege, der stationären Altenhilfe und der stationären Gesundheitsversorgung. In diesem Standard wurde das Begriffspaar „Patient/Bewohner“ gewählt, um Zielgruppen in unterschiedlichen Settings gerecht zu werden.

Die Zielgruppe des Standards sind Menschen jeder Altersgruppe, die durch gesundheitliche Einschränkungen, Pflegebedürftig-keit und/oder Einschränkungen in ihrer Mobilität ein erhöhtes Risiko für Dekubitus aufweisen. Der Standard bezieht die Angehörigen und andere informelle Pflegekräfte ausdrücklich mit ein, denn sie übernehmen insbesondere in der häuslichen Versorgung eine wichtige Rolle im Rahmen einer wirksamen Dekubitusprophylaxe. Neugeborene, Säuglinge und Kinder weisen im Unterschied zu Erwachsenen teilweise andere Risikofaktoren auf. Physiologisch aufgrund der Unreife der Haut bei Neugeborenen, aber auch aufgrund der Abhängigkeit von Bezugspersonen in den ersten Lebens-jahren, sind Säuglinge und Kleinkinder besonders gefährdet, weil sie Druck nicht als solchen lokal wahrnehmen und sich entsprechend nicht gezielt äußern können.

Weiter stellen medizinische Hilfs-mittel oder Geräte, welche von außen auf die Haut Druck ausüben, ein Dekubitusrisiko dar und sind insbesondere für Kinder aller Altersstufen das größte Risiko für eine Dekubitusentstehung.

Zielsetzung

Der Expertenstandard basiert auf einer umfassenden Literaturübersicht nationaler und internationaler Fachliteratur, der Expertise der Mitglieder der Expertenarbeitsgruppe sowie Rückmeldungen aus der Praxis zu Erfahrungen bei der Umsetzung des Expertenstandard Dekubitusprophylaxe.

Auf der Grundlage der aktualisierten Literaturstudie stehen Interventionen im Vordergrund, die zu einer Druckentlastung und Druckverteilung beitragen. Wie in der Vorgängerversion wird der Bewegungsförderung auch in dem aktualisierten Expertenstandard ein zentraler Stellenwert beigemessen.

Übergreifende Zielsetzung des Expertenstandards (siehe auch Ergebniskriterium 6) ist die Verhin-derung eines Dekubitus. Dies ist in der Auffassung begründet, dass der Entstehung eines Dekubitus durch pflegefachliches Handeln weitestgehend entgegengewirkt werden kann. Dennoch ist zu konstatieren, dass dieses Ziel möglicherweise nicht bei allen Patienten/Bewohnern erreichbar ist. Einschränkungen können für Personen bestehen, bei denen die gesundheitliche Situation gegen eine konsequente Anwendung der erforderlichen prophylaktischen Maßnahmen spricht (z. B. bei lebensbedrohlichen Zuständen) oder eine andere Prioritätensetzung erfordert (z. B. Menschen in der Terminalphase ihres Lebens). Selbstverständlich beinhalten die Autonomie und die Selbstbestimmtheit der Betroffenen auch die Möglichkeit, dass diese sich aufgrund individueller Präferenzen gegen bestimmte prophylaktische Maßnahmen entscheiden können.

Grundsätzlich entbindet das Vorliegen genannter Umstände die Pflegenden und Behandelnden jedoch nicht von der Verantwortung, das Dekubitusrisiko einzuschätzen, die Betroffenen bzw. deren gesetzlichen Vertreter darüber und über geeignete prophylaktische Maßnahmen zu informieren und gemeinsam mit ihnen eine Entscheidung über individuell und situativ passende Maßnahmen zu treffen. Daher bedeutet das Vorliegen genannter Umstände nicht zwangsläufig die Unvermeidbarkeit von Dekubitus.

Voraussetzung für die Anwendung des Expertenstandard Dekubitusprophylaxe

Der vorliegende Expertenstandard beschreibt den originären Beitrag der Pflege zur Dekubitusprophylaxe. Die Versorgung der Patienten/Bewohner findet jedoch berufsgruppen- und sektorenübergreifend unter Beteiligung von Angehörigen und Hilfskräften statt. Maßnahmen zur Vermeidung eines Dekubitus sollten daher in enger Zusammenarbeit mit allen beteiligten Akteuren einschließlich des Patienten/Bewohners selbst erfolgen. Die Delegation von Aufgaben der Pflegefachkraft an Pflegehilfskräfte ist je nach organisatorischen Rahmenbedingungen möglich. Der Einsatz von Technik und Hilfsmitteln bietet eine sinnvolle Unterstützung, ersetzt aber nicht die notwendige Förderung, Anleitung und Unterstützung bei der körpereigenen Bewegung des Patienten/Bewohners.

Die Implementierung des Standards ist eine Leitungs- und eine gesamtbetriebliche Aufgabe. Es bedarf der gemeinsamen Anstrengung der Einrichtungs- oder Krankenhausleitung, des Pflegemanagements, der beteiligten Pflegefachkräfte und gegebenenfalls weiterer Gesundheitsberufe. Betriebsleitung und Pflegemanagement tragen Verantwortung für die Bereitstellung einer Verfah-rensregelung, von materiellen und personellen Ressourcen und für den Erwerb von Wissen und Kompetenzen. Pflegefachkräfte tragen Verantwortung für den Erwerb von Wissen, Kompetenzen und die Umsetzung geeigneter Maßnahmen in der täglichen Pflegepraxis.

Expertenstandard Dekubitusprophylaxe

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