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„Dann willst du dir das Leben nehmen und selbst dafür fehlt dir jeglicher Antrieb“

Depressionen: “Dann willst du dir das Leben nehmen und selbst dafür fehlt dir jeglicher Antrieb.”

Depressionen sind bis heute eine Erkrankung, die auf viel Unverständnis stößt. Es gibt kein wirkliches Testverfahren, sie erzeugt kein Fieber, die Blutwerte sind normal und im MRT gibt es auch keine Befunde. Doch dem Patienten geht es schlecht, sehr schlecht, er ist kaum noch in der Lage seinen Tag zu bewältigen, wenn überhaupt. Er ist lustlos, hat keinen Antrieb, hoffnungslos und zweifelt daran, auf dieser Welt überhaupt noch gebraucht zu werden, denkt über ein Suizid nach.

Depressionen (lateinisch für „niederdrücken“) sind eine schwere Erkrankung der Psyche. Wobei man hier schon klar eine Trennung machen muss. Häufig werden Menschen, die aufgrund eines schlimmen Erlebens für eine Zeitraum verstimmt oder niedergeschlagen sind auch als depressiv bezeichnet. Dies ist aber eine Dysphorie (Störung des emotionalen Erlebens) und hat mit der Diagnose Depressionen erst mal nur wenig gemeinsam. Was eine genaue Diagnosefindung von vorneherein umso wichtiger macht aber auch erschwert, da die Symptome fast gleich sind, die Verläufe aber vollkommen unterschiedlich. In seltenen Fällen kann aber auch eine Dysphorie in eine Depression übergehen.

Während der Dysphorie typischerweise ein Auslöser zugrunde liegt und sehr schnell einsetzt, entwickelt sich eine Depression primär ohne Auslöser und schleichend. Depressionen zählen zu den affektiven Störungen (klinisch bedeutsame Änderung der Stimmung) und unterscheiden sich in einmalige oder wiederholte depressive Episoden. Die häufigsten Therapieformen sind Psychotherapie und bei höheren Schweregrad auch die Gabe von Antidepressiva.Die Schweregrade unterscheiden sich hier in leicht (2 Haupt + 2 Zusatzsymptome), mittelschwer (2 Haupt + 3-4 Zusatzsymptome) und schwer (3 Haupt + 5 Zusatzsymptome). Der Schweregrad wird nach Haupt und Zusatzsymptome unterteilt.

Hauptsymptome:

– Gedrückte Stimmung
– Stimmungseinengung
– Interessensverlust
– Freudlosigkeit
– Antriebsmangel
– Erhöhte Ermüdbarkeit

Zusatzsymptome:
– Verminderte Konzentration
– Verminderte Aufmerksamkeit
– Vermindertes Selbstwertgefühl
– Vermindertes Selbstvertrauen
– Übermäßige Schuldgefühle
– Minderwertigkeit
– Hoffnungslosigkeit
– Hypochondrie
– Suizidale Gedanken
– Suizidales handeln
– Schlafstörungen
– Appetitlosigkeit

Differenzialdiagnostisch müssen noch andere Erkrankungen ausgeschlossen werden. Hierzu zählen vor allem Ungleichgewichte der Schilddrüse, Vitamin B-12 Mangel, Anämien, Fruktosemalabsorptionsstörung. Sowie einige andere psychiatrische Erkrankungen wie bipolare Störungen und Borderline.Depressionen sind eine sehr schwere Erkrankung der Psyche und für 50 % der deutschen Suizide verantwortlich.

admin

Freiberuflicher Dozent im Gesundheitswesen